Shopware-Agentur finden: Kriterien, Fragen und Warnsignale

Ob eine Shopware-Agentur passt, lässt sich zu einem großen Teil vor dem ersten Gespräch prüfen. Vier Dinge sind belegbar: der Partnerstatus bei Shopware, gültige Zertifikate, Referenzen aus vergleichbaren Projekten und eigene Erweiterungen im Shopware Store. Alles Weitere klären Sie im Erstgespräch. Dort zeigt sich, ob die Agentur Ihr Geschäft verstehen will oder nur ein Angebot schreiben möchte.

Was Sie vor dem ersten Gespräch prüfen können

Partnerstatus

Shopware führt ein öffentliches Verzeichnis seiner Partneragenturen. Sie können dort nach Projektvolumen, Anzahl der Zertifizierungen und Erfahrung filtern. Steht eine Agentur nicht im Verzeichnis, ist sie kein Shopware Partner, auch wenn ihre Website etwas anderes nahelegt.

Gültige Zertifikate

Shopware zertifiziert Entwickler einzeln, zum Beispiel als Backend- oder Frontend-Developer für Shopware 6. Die Zertifikate gelten nur befristet. Fragen Sie deshalb nach dem Gültigkeitsdatum und danach, ob die zertifizierten Personen in Ihrem Projekt mitarbeiten. Ein Zertifikat in der Agentur nützt Ihnen wenig, wenn Ihr Shop von jemand anderem gebaut wird.

Referenzen aus vergleichbaren Projekten

Achten Sie weniger auf bekannte Logos als auf Ähnlichkeit zu Ihrem Vorhaben. Verkauft der Referenzkunde an Firmen oder an Endkunden? Wie groß ist das Sortiment? Welche Systeme sind angebunden? Bitten Sie um die Adresse des Live-Shops und, wenn möglich, um einen Ansprechpartner beim Kunden.

Eigene Erweiterungen im Shopware Store

Agenturen, die eigene Erweiterungen im Shopware Store anbieten, durchlaufen die Qualitätsprüfung von Shopware. Bewertungen und Kompatibilität mit aktuellen Shopware-Versionen sind dort öffentlich sichtbar. Das sagt etwas über die Codequalität, die eine Agentur auch dann liefert, wenn niemand hinsieht.

Fragen für das Erstgespräch

  1. Wer arbeitet an meinem Projekt? Lassen Sie sich die Personen nennen, nicht nur Rollen.
  2. Wie entsteht die Schätzung? Eine belastbare Schätzung setzt eine Analyse Ihrer Anforderungen voraus.
  3. Wem gehören Code und Zugänge? Repository, Hosting und Shopware-Account sollten auf Ihr Unternehmen laufen. Sonst ist ein späterer Wechsel der Agentur teuer.
  4. Wie wird getestet? Fragen Sie, wer vor dem Go-Live was prüft und auf welcher Umgebung.
  5. Wie oft sehe ich Zwischenstände? Regelmäßige Abnahmen verhindern, dass Missverständnisse erst am Ende auffallen.
  6. Was passiert nach dem Go-Live? Klären Sie, wer Updates und Sicherheitsupdates einspielt und wie schnell die Agentur bei Fehlern reagiert.

Warnsignale

Agentur, Freelancer oder eigenes Team?

Eine Agentur ist nicht immer die beste Wahl. Die Entscheidung hängt vom Umfang und von der Dauer der Arbeit ab:

Modell Passt, wenn Grenze
Freelancer eine überschaubare Aufgabe ansteht, etwa eine Erweiterung oder eine Anpassung am Theme eine Person, keine Vertretung bei Urlaub oder Krankheit
Agentur Design, Entwicklung, Schnittstellen und Projektleitung zusammenkommen höhere Abstimmungskosten als mit einer Einzelperson
Eigenes Team der Shop dauerhaft weiterentwickelt wird Recruiting und Wissensaufbau brauchen Zeit

Viele Unternehmen kombinieren die Modelle: Eine Agentur baut den Shop, ein eigenes Team übernimmt später die laufende Pflege.

Spielt die Nähe zur Agentur eine Rolle?

Für die Entwicklung kaum. Shopware-Projekte laufen heute meist remote. Wichtiger sind ein fester Ansprechpartner, der Ihre Sprache spricht, und Arbeitszeiten, die zu Ihren passen. Für Workshops zu Beginn des Projekts ist ein Treffen vor Ort trotzdem hilfreich.

Nächster Schritt

Mit den Antworten auf die Fragen oben können Sie Angebote verschiedener Agenturen vergleichen. Welche Kosten ein Shopware-Projekt verursacht, erklärt der Artikel Was kostet ein Shopware-Shop?. Unsere eigenen Projekte finden Sie unter Referenzen, unsere Leistungen unter Leistungen.